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Erklärung Wiederaufnahme Harry

forsaken

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Liebe Community,

aufgrund der aktuellen Spekulationen haben wir uns entschlossen, den kompletten Sachverhalt, der zur Wiederaufnahme von Harry geführt hat, nun offen zu legen.

Obwohl wir bis gestern noch zur Verschwiegenheit verpflichtet waren, hat uns Harry gestern über seinen Anwalt ein Schreiben zukommen lassen, in dem er zum Ausdruck bringt, dass er über die aktuellen Spekulationen unglücklich ist und weiter besorgt ist, dass der Eindruck erweckt würde, er hätte unlauter Druck auf Markus ausgeübt oder Markus gar erpresst (sinngemäß aus dem Anwaltsschreiben wiedergegeben). Harry sieht hier seinen Ruf in Gefahr.

Da uns in diesem Schreiben nun ausdrücklich die Möglichkeit gegeben worden ist, offen und wahrheitsgemäß über die Sache zu berichten, nehmen wir nun die Gegenseite beim Wort („unser Mandant (= Harry) hätte keine Einwände, wenn hier schlichtweg der tatsächliche Verlauf der rechtlichen Auseinandersetzung wahrheitsgemäß wiedergegeben würde“) und heben die Verschwiegenheitsverpflichtung in gegenseitigem Einvernehmen auf. Dies auch unter dem Hintergrund, dass die weiteren uns unterbreiteten Möglichkeiten keine Lösung in unserem Sinne darstellen und, gelinde gesagt, das Fass zum überlaufen bringen.

So wurde uns der Vorschlag unterbreitet in Zusammenarbeit mit Harry eine Erklärung abzugeben, die u.a. (sinngemäß) ausdrückt, dass der Betreiber von CD ausdrücklich wünsche, dass wieder zugelassene Benutzer im Forum willkommen geheißen werden, und dass Angriffe auf wieder zugelassene Nutzer - innerhalb wie auch außerhalb des Forums consultdomain.de – vom Betreiber von CD nicht gebilligt und von der Forenleitung sanktioniert werden würden. Eine solche Erklärung werden wir nicht abgeben.

Im Folgenden legen wir die Sache nun also so dar, wie sie chronologisch passiert ist. Markus hat mich als seinen Anwalt von der Verschwiegenheit entbunden und ich stelle die Sachlage aus meiner Sicht so dar, wie ich sie wahrgenommen habe. Ich werde keine Wertungen anstellen und überlasse es jedem selbst, sich eine Meinung zu bilden.

Am Samstag, den 07.08.2010 rief mich Markus an und erzählte mir, dass er gerade eine gerichtliche Zustellung bekommen hat, in welcher Harry versuchte eine einstweilige Verfügung (EV) gegen seine Sperre bei CD zu erwirken. Das Gericht hatte es abgelehnt die EV ohne mündliche Verhandlung als Beschluss zu erlassen und einen Termin für die mündliche Verhandlung auf den 16.08.2010 beim LG Münster festgesetzt. Markus erzählte mir von seiner Problematik, dass er gerade mit seiner Frau und den Kindern auf dem Weg in den Urlaub ist und es für ihn unmöglich sein wird, den Termin am Montag in einer Woche wahrzunehmen. Ich übernahm das Mandat und setzte mich am Montag mit der Richterin in Verbindung, um eine Terminsverlegung zu erwirken, um so den Druck von Markus zu nehmen, sich in seinem Familienurlaub mit der Sache befassen zu müssen. Dies schlug fehl, da es in einem Eilverfahren, wie bei einer EV, notwendig ist, schnell zu entscheiden, um nachhaltige Schäden vom Kläger (Antragsteller) abzuwenden. Harry war (und ist wohl auch noch) der Ansicht, dass ihm eine Sperre bei CD einen unwiederbringlichen wirtschaftlichen Schaden beschert. Daher wählte er dieses Eilverfahren.

Ich habe im Gegenzug die kostenpflichtige Zurückweisung des Antrags beantragt und war (und bin) der Ansicht, dass eine EV in der vorliegenden Form hier schlicht eine unsachdienliche Vorgehensweise darstellt. Ich erlaube mir an dieser Stelle aus meinem Schriftsatz zu zitieren:

Zunächst ist festzustellen, dass der Antragsteller den Erlass einer Regelungsverfügung in Form einer Leistungsverfügung begehrt. Da eine solche Verfügung regelmäßig – so auch hier – die Vorwegnahme der Hauptsache bedeutet, hat sie deutlich höheren Anforderungen gerecht zu werden und soll eine absolute Ausnahme darstellen. Die gegenständliche Gewährung des Zutritts zum Forum des Antragsgegners dürfte zu 100% den Anträgen in der Hauptsache entsprechen. Der Antragsteller hätte demnach vortragen und substantiieren müssen, dass ihm das Abwarten der Hauptsache in keinster Weise zugemutet werden könne und dass ihm erhebliche, nicht wieder gutzumachende Nachteile drohen, die aus Gründen des effektiven Rechtsschutzes das Abwarten einer Entscheidung in der Hauptsache absolut unzumutbar machen würden.

Dies ist dem Antragsteller in keinster Weise gelungen. Sein Vortrag zur Unzumutbarkeit und den angeblichen wirtschaftlichen Schäden umfasst ganze vier (4) Zeilen (siehe oben). Es fehlt jedwede Konkretisierung und/oder Glaubhaftmachung. Die pauschale Behauptung etwaiger nicht näher bezeichneten Schäden ist bei weitem nicht ausreichend, um den sehr hohen Anforderungen einer Leistungsverfügung gerecht zu werden.

Harrys Argumentation war weiter, dass CD das wichtigste Domainforum darstellt und dass 80-90% aller wichtigen und einflussreichen Domainer ausschließlich CD nutzen. Auch hier erlaube ich mir ein Zitat aus meinem Schriftsatz:

Insgesamt wirkt der Vortrag des Antragstellers, es gäbe faktisch nur das Forum des Antragsgegners doch sehr konstruiert und ist zudem unrichtig. So ist es unzutreffend, dass „80-90%“ der einflussreichen Domainer ausschließlich das gegenständliche Forum des Antragsgegners nutzen. Es gibt vielmehr eine Vielzahl von Möglichkeiten (auch andere Domainforen) untereinander Kontakte zu pflegen/knüpfen, Geschäfte zu machen oder zu kommunizieren.

So existieren mindestens zwei weitere deutschsprachige Domainforen, namentlich domain-people.de und domainforum.info, wobei letzteres der wichtigste und größte Mitbewerber von consultdomain.de ist. Auch der Antragsteller hat auf domainforum.info ein Benutzerkonto, ist dort seit 12.06.2007 (also zeitgleich wie bei consultdomain.de) mit dem gleichlautenden Benutzernamen „Adomino“ angemeldet und hat Hunderte von Beiträgen verfasst.

Damals war noch nicht abzusehen, dass sich Harry bei DF so sehr als Beirat engagieren will, so dass ich dies nicht im meine Argumentation aufnehmen konnte.

Harry argumentierte weiter, dass es für Ihn ein Nachteil sei, Domainer nicht mehr bei CD ansprechen zu können. Seine Möglichkeit Kontakte zu pflegen, bzw. zu erschließen sei ihm nachhaltig genommen worden.

Ich führte die Möglichkeiten von Skype, Xing, Email etc. an – Aus meiner Sicht zahlreiche Möglichkeiten ausreichend Kontakte zu knüpfen und zu pflegen und wies auf Harrys Mitgliedschaft bei Xing, DF, etc. hin. Im weiteren Verlauf wurden durch Harry zahlreiche Beispiele angeführt, warum er Nachteile wegen der Sperre bei CD hat. Exemplarisch zitiere ich meine Erwiderung:

Der Antragsteller behauptet sodann auf Seite 18 unten (und in seiner eidesstattlichen Versicherung (Anlage Ast5 – Seite 4) nahezu wortgleich), dass es ihm in der Vergangenheit nach seiner Sperre unmöglich war, einen österreichischen Benutzer zu kontaktieren, der Domains zum Themenbereich „Friseur“ gesucht und anonym einen Beitrag eingestellt habe. Der Antragsteller als Inhaber der Domain „friseur.at“ führt weiter aus (und bekräftigt dies wortgleich in seiner eidesstattlichen Versicherung (Anlage Ast5 – Seite 4)), dass es ihm aufgrund seiner Sperre bei consultdomain.de nicht möglich war, dem suchenden Benutzer geschäftliche Angebote zu unterbreiten, da er ja die foreninterne persönliche Nachrichtenfunktion (PM) im Forum des Antragsgegners nicht nutzen konnte. Dies entspricht jedoch in keinster Weise den Tatsachen. So findet sich das angeführte Domaingesuch des Benutzers „Romario“ vom 07.07.2010, um 19:51 Uhr nicht nur auf consultdomain.de, sondern auch am 11.07.2010, um 18:30 Uhr auf domainforum.info. Der Antragsteller hätte somit den Benutzer „Romario“ völlig unproblematisch über die Nachrichtenfunktion bei domainforum.info anschreiben und ihm die Domain „friseur.at“ anbieten können. Warum der Antragsteller vorliegend fälschlicherweise behauptet, der Benutzer „Romario“ wäre für ihn nicht erreichbar gewesen und dies auch noch an Eides statt versichert, erschließt sich diesseitig nicht.

Es kristallisierte sich heraus, dass die Argumente der Gegenseite doch sehr subjektiv geprägt waren und ich erwiderte:

Der wahre Grund, warum der Antragsteller unbedingt und augenscheinlich mit allen Mitteln und Wegen versucht, Zugang zum Forum des Antragsgegners zu erhalten ist vermutlich eher ein persönlicher, als ein geschäftlicher. So werden dem Antragsteller im oben genannten Thread bei domainforum.info „Ist das hier, das einzige aktive Domainforum?“ von erfahrenen und langjährigen Domainern zahlreiche Alternativen zum Forum des Antragsgegners aufgezeigt. Der Antragsteller will jedoch aus verschiedenen Gründen rein persönlicher Natur die vernünftigen Argumente nicht hören. So schreibt der Antragsteller am 10.07.2010, um 06:11 Uhr:
„Nachdem ich Chats, Skype und ähnliches aus diversen Gründen generell meide kannst Du da schon recht haben. Ich bevorzuge eher Foren, E-Mails, Telefonate und persönliche Gespräche. […]“
Und weiter am 11.07.2010, um 07:19 Uhr:
„[…] Ich bin mir da vor gekommen wie ein Idiot der auf den Bildschirm starrt und mal wissen möchte wie gut das dort läuft aber nichts tut sich. Nach 2-3 Minuten habe ich mich dann wieder verabschiedet. Also mir ist da echt um die Zeit zu schade wenn ich immer wie ein Blöder auf den Bildschirm starren muss und warten muss bis jemand mal was schreibt. Ich mache immer x-Sachen gleichzeitig und bei einem Foren-Posting brauche ich auch nicht gleich zu antworten sondern lese mir das Posting auch mind. 1-2x durch und korrigiere das oft wieder.

Vielleicht war es ja auch Zufall das gerade, wie ich dort war nichts los war, keine zusätzlichen Urgesteine dort waren, aber es hat auch andere Gründe warum ich keine Chats, Skype etc. verwende. z.B. bedeutet es für mich einen gewissen Stressfaktor wenn jemand anderer auf meine Antwort wartet den ich mir nicht (mehr) antun will. Diesen Stressfaktor habe ich bei Forenpostings, PM oder E-Mails nicht und da kann ich auch öfters was anderes machen und mein geschriebenes kontrollieren ohne das ich da in Stress komme.“

[…]

Im Grunde genommen kennt der Antragsteller die zahlreichen Alternativen zum Forum des Antragsgegners, er zieht es offensichtlich jedoch aus reiner Bequemlichkeit vor, diese guten, teilweise besseren Alternativen nicht zu nutzen. Dies kann jedoch dem Antragsgegner nicht zur Last gelegt werden. Welche Kommunikationskanäle der Antragsteller nutzt hat alleine er in der Hand. Das aus dieser augenscheinlichen Bequemlichkeit des Antragstellers nun der gegenständliche Antrag auf Erlass einer einstweiligen Leistungsverfügung im Urlaubsmonat August resultiert, ist durchaus bemerkenswert.

Und weiter:

Die Motivation des Antragsstellers liegt wohl auch augenscheinlich in seinem verletzten Stolz und seinem selbst eingeräumten Geltungsdrang begründet. So beschreibt der Benutzer „unixalex“ auf domainforum.info im Thread „Ist das hier, das einzige aktive Domainforum?“ am 12.07.2010, um 23:04 Uhr seine Einschätzung der Situation nach der Sperre des Antragstellers wie folgt:
„Naja, es ist ja nicht so, dass jetzt keiner mehr von CD mit Ihnen spricht oder sie nicht direkt via Skype, Email oder Telefon erreichbar sind. Ich denke, da geht es auch ein wenig ums Ego, dass es da etwas gibt, wo Sie nicht direkt dabei sind. […]“

[…]

In einem weiteren Thread mit dem Titel „Abspaltung Thread Forumskritik“, in dem man sich mit der Sperre des Antragstellers auseinandersetzt, schreibt der Antragsteller selbst am 02.07.2010, um 07:16 Uhr:
„[…] Ich gestehe das ich so wie AlexS einen gewissen Geltungsdrang haben. Das liegt ja vielleicht auch daran das AlexS und ich meinen einen gewissen finanziellen Erfolg in den letzten Jahren gehabt zu haben. Immerhin habe ich vor 8 Jahren mit der Abfertigung von meiner Ex-Firma (100.000 EUR) meine Firma gegründet und die ganze Abfertigung in Domains (u.a. reifen.de) investiert. Mittlerweile habe ich 8000 Domains die einen (laut meinem Preistool) geschätzen Wert von ca. 70 - 75 Mio Euro haben.

Wenn man sich mein Portfolio ansieht, dann denke ich schon, ohne größenwahnsinnig zu sein, das ich einer der besten deutschsprachigen Domainportfolios ALLEINE besitze. Es gibt auch viele andere große deutsche Domainportfolios aber sehr viele davon gehören nicht nur einer Person sondern mehreren oder einer (Tochter-)Firma z.B. Domaininvest in LU, ComCollect, Sahler etc. […]“
Und weiter:
„[…] Für mich hat ein Forum auch eine therapeutische Wirkung. Ich besitze nicht viele Freunde und nicht einmal meine Frau (die selbst Domains besitzt) kennt sich aus was ich mache. Demnach erhalte ich weder von meinen Freunden, Bekannten, Familie oder meiner Frau eine Anerkennung weil die alle nicht wissen was ich in den letzten Jahren aufgebaut habe. Das man hier etwas frustriert ist ist sicher verständlich.

Du hast ja auch ein scheinbar gut gehendes Offline-Geschäft und bekommst ja vermutlich zumindest gelegentlich ein Lob oder Anerkennung. Ich sitze mit meinen Techniker im Büro und habe sonst überhaupt keinen direkten Kundenkontakt. Demnach habe ich auch ein gewisses Anerkennungsdefizit das ich durch das Forum versuche etwas auszugleichen damit ich wenigstes hin und wieder ein Lob bekomme. […]“

[…]

Der so dringend geltend gemachte Grund auf unmittelbaren Zugang zum Forum des Antragsgegners ist demnach offensichtlich rein persönlicher Natur. Die etwaigen „wirtschaftlichen Schäden“ sind somit nicht existent und wurden augenscheinlich rein für diese Leistungsverfügung konstruiert.

Das meiner Ansicht nach beste Argument gab uns der Gegner selbst:

Den deutlichsten Hinweis gibt jedoch der Antragsteller selbst, wenn er in Bezug auf seine Preisliste, seinen Domainverkauf und sein Preisfindungstool am 30.06.2010, um 16:16 Uhr im Thread „Bin wieder da :)“ auf consultdomain.de und in seinem Antrag (Seite 8 unten) schreibt:
„[…] Mein Ziel war 5-10 Domains um 20-30k zu verkaufen, verkauft habe ich dann am ersten Tag über 40 Domains um über 100k. Deshalb war das für mich auch ohne Forum ein großer Erfolg da die primäre Zielgruppe nicht die Domainer sondern die Endkunden sind und die Preisliste d.h. die Preise auch dementsprechend für Endkunden kalkuliert wurden. […]“
[…]

Ohne das Forum des Antragsgegners hat der Antragsteller seine Erwartungen mindestens um über das fünffache übertroffen. Er schreibt selbst, dass seine primäre Zielgruppe nicht Domainer, sondern Endkunden sind. Endkunden wird man jedoch fast gar nicht in irgendeinem Domainforum finden. Ein Schaden ist dem Antragsteller durch die Sperre ja gerade nicht entstanden, und das nach seiner eigenen Aussage. Dies macht den Vortrag des Antragstellers nun vollends widersprüchlich und konstruiert.
 
Als die Richterin in der Verhandlung dann genau auf diesen Satz einging und verlautbarte, sie sehe die Sache so, wie der Antragsteller und sieht hier keinen Widerspruch, hatte ich mich gedanklich bereits mit den Möglichkeiten der Berufung und des Vergleichs auseinander gesetzt. Wir hatten eine sehr junge Richterin als Einzelrichter (also keine „Kammer“), die – so hatte ich den Eindruck – mit der Sache doch sehr überfordert war. Ich musste ihr erklären, was Google Adwords ist, was SEO ist, sie kannte nahezu keine Fachbegriffe. Die Verhandlung nahm dann so außergewöhnliche Formen an, dass Harry, der mehrere Ordner an Ausdrucken aus dem CD-Forum dabei hatte, teilweise in minutenabständen zur Richterbank lief und Ausdrucke vorlegte. Ich ließ mich auf dieses Spiel nicht ein und verlangte von jedem in den Prozess eingeführten Schriftstück eine Abschrift für mich. Die Gegenseite hatte jedoch jeweils nur einen Ausdruck, so dass Harry von seinem Anwalt zum kopieren geschickt wurde. Insgesamt dauerte die Verhandlung geschätzte 4+ Stunden. Selbst beim Schluss der mündlichen Verhandlung hatten wir noch keine Anträge gestellt, was exemplarisch für den gesamten Ablauf der Verhandlung gesehen werden kann.

Insgesamt führte Harry auch die noch so entferntesten Umstände an, warum er unbedingt Zugang zu CD benötigte, darunter war u.a. seine Familienplanung – Er habe Frau und Kind und könne deshalb nur zwei Konferenzen pro Jahr besuchen; Er habe nun mehr keine Möglichkeit ein Werbebanner für sein Domainportal zu schalten (Harry hatte in 8,5 Jahren Forenzugehörigkeit kein einziges Banner bei CD gebucht); CD ist sehr günstig, hat viele Besucher, ein Banner ist im Vergleich zu anderen Portalen billig. Dazu verweise ich wieder auf meinen SSatz:

Der Antragsteller hat in (nach eigener Aussage) über 8,5 Jahren Forenzugehörigkeit noch nie ein Werbebanner im Forum des Antragsgegners gebucht, ja noch nicht einmal in der monatlich stattfindenden Auktion diesbezüglich mitgeboten. Auch dieser Punkt klingt nach einem reinen Vorwand, um wieder Zugang zum Forum des Antragsgegners zu erlangen. Der Antragsteller sagt ja selbst, dass Sedo eine – wenn auch teurere – Alternative für Werbung wäre. Dies ist jedoch nicht dem Antragsgegner anzulasten, sondern ein Resultat des Prinzips der freien Marktwirtschaft. Überdies besteht kein Kontrahierungszwang zwischen den Parteien. Dem Antragsgegner bleibt es unbenommen, etwaige Angebote des Antragstellers diesbezüglich auszuschlagen, was wiederum Ausfluss der Vertragsfreiheit ist. Dem Antragsteller steht es im Übrigen frei, die anderen zahlreichen Vertriebskanäle, wie Google Adwords, Affiliate-Netzwerke, Newsletter, usw. für seine Werbung zu nutzen. Alleine Google Adwords wird die Reichweite des Forums des Antragsgegners leicht um den Faktor 100 übertreffen – und auch Endkunden erreichen.

Es erschließt sich diesseitig auch überhaupt nicht, warum die Familienplanung und der daraus folgende freie Entschluss des Antragstellers, pro Jahr nur ein bis zwei Treffen, bzw. Konferenzen zu besuchen, dem Antragsgegner in irgendeiner Weise anzulasten wäre. Wie vorstehend bereits ausführlich dargestellt, kann der Antragsteller völlig unproblematisch auch nach seiner Sperre weiterhin seine Kontakte pflegen. Auch dieser rein subjektive Grund des Antragstellers kann zu keiner objektiven Beurteilung der Sache zu Lasten des Antragsgegners führen.

Es ist nicht die Aufgabe des Antragsgegners dem Antragsteller einen kostenfreien bzw. sehr günstigen Vertriebskanal zur Verfügung zu stellen. Dem Antragsteller bleibt es unbenommen die zahlreichen anderen teilweise auch sehr günstigen Möglichkeiten, wie andere Domainforen, Adwords, Zeitungsartikel oder Fernsehwerbung für seine geplanten Vorhaben zu nutzen. Auch hier beschränkt sich die Darstellung der etwaigen „Schäden“ auf einen (1) ganzen Satz. Die persönliche Überzeugung des Antragstellers, die Mitgliedschaft im Forum des Antragsgegners stelle für ihn einen wirtschaftlichen Wert dar, mag ihm unbenommen sein, sie hat jedoch nichts mit der Realität zu tun. Zumal es auf die Überzeugung des Antragstellers vorliegend auch gar nicht ankommt.

Ich hatte im Vorfeld an die mündliche Verhandlung höchst vorsorglich vier außerordentliche Kündigungen gegenüber Harry ausgesprochen, die jeweils hilfsweise ordentliche Kündigungen enthielten. Einer der wichtigen Gründe war der Vorfall bzgl. der Preisliste von Harry, ein anderer Grund waren die zahlreichen Mehrfachaccounts von Harry (Azureus, Greeny, HarryA, HarryAT), ein weiterer Grund war die Spamversendung kurz vor seiner Sperre, die sicher viele von Euch bekommen haben. Der vierte Grund war ein weiteres vermutetes Account von Harry namens „PeterT“ über das die Ausdrucke des internen Bereichs getätigt worden waren. Harry erklärte an Eides statt vor Gericht, dass seine Frau den Account angelegt und bedient hatte und er sich zu keinem Zeitpunkt damit eingeloggt habe. Ich ließ im Anschluss daran meine Rechtsansicht ins Protokoll aufnehmen, dass ich darin bereits einen wichtigen Kündigungsgrund sehe. Zum Schluss der mündlichen Verhandlung signalisierte die Richterin, dass Sie Harry für 6 Monate wieder den Zutritt zu CD geben würde. Zu meiner Ansicht, dass Spam als wichtiger Grund, jedoch mindestens eine ordentliche Kündigung greifen sollte sagte Sie, sie müsse sich darüber noch weitere Gedanken machen, hätte zwar vor gehabt heute noch zu entschieden, wird jetzt aber wohl eine Nacht drüber schlafen.

Ich telefonierte daraufhin mit Markus und wir entschieden, dass wir keinesfalls den (wenn auch fälschlichen) Eindruck nach außen erwecken dürften, man müsse uns nur verklagen und bekäme wieder Zutritt zu CD. Harry hätte diesen „6-Monats-Zugang“ wohl als Sieg verkauft. Ich erklärte Markus, dass das angekündigte Urteil meiner Ansicht nach rechtsfehlerhaft wäre und empfahl ihm in diesem Falle (nach Prüfung der Entscheidungsgründe) Berufung einzulegen. Da Markus auch mit DomainInvest bereits genug um die Ohren hat und Harry in der Verhandlung ankündigte in der Hauptsache bis zum BGH streiten zu wollen, entschieden wir, dass es sachdienlich wäre, sich zu vergleichen. Ich stellte Harry die Frage, wer denn von der EV Bescheid wisse. Unter den Personen war auch AlexS. Harry musste sich in dem Vergleich sodann u.a. unter Meidung einer Zahlung von 10.000 EURO verpflichten, Verschwiegenheit über die EV zu bewahren und auch für den Fall, dass einer der genannten Personen „plaudert“ auch diese Summe fällig wird. Im Gegenzug vereinbarten auch wir gegenseitige Verschwiegenheit. Harry verpflichtete sich 3/4 der Kosten zu übernehmen. Wir verpflichteten uns im Gegenzug dazu Harry ab 10.09.2010 wieder zu CD zuzulassen und ihn für 1 Jahr nicht ordentlich zu kündigen. Der Druck, der somit auf Markus von Harry ausgeübt wurde, war ein rein rechtlicher. Ich denke, es ist verständlich, dass Markus sich diesen ausufernden Rechtsstreit nicht ans Bein binden wollte. Jeder von uns hat Familie ein eigenes Business und sicher Verständnis dafür, dass man nicht jede Schlacht schlagen muss (selbst, wenn Sie nach vielen Jahren erfolgreich ausgehen würde), zumal es ja Zeit von der Familie und anderen Unternehmungen wegnimmt.

Interessanterweise war eine der ersten Personen auf dem DVF in München, die auf uns zukam, AlexS, mit den Worten (sinngemäß) „Es tut mir unheimlich leid und ich wollte Euch nur sagen, dass ich mit der Sache von Harry NICHTS zu tun habe“ – Daraufhin wir: „Mit welcher Sache?“ – Wir unterlagen ja auch der Verschwiegenheit.

Die gesamten Geschehnisse der letzten Tage sind demnach in diesem Lichte zu sehen. Wir wurden von Harry verklagt und haben uns unter gegenseitiger Verschwiegenheit verglichen. Wir entschuldigen uns aufrichtig für die zahlreichen Dementis, aber wir hatten zu diesem Zeitpunkt keine andere Wahl. Ich denke jetzt ist klar, dass Markus Harry nicht aus geschäftlichem Interesse oder anderen Gründen wieder bei CD zugelassen hat, sondern deshalb, weil er aufgrund des Vergleichs dazu verpflichtet war. Markus trägt seit jeher die Verantwortung für CD, hat Kosten und Mühe, macht dies aber ohne zu murren, weil er sich der Community verpflichtet fühlt und etwas zurück geben will.

Es bleibt jedem selbst überlassen, was er für sich aus dieser Erklärung mit nimmt, bitte seht aber von Anfeindungen der „amnestierten“ User ab, das würde wohl nur zu weiteren Anschreiben seitens Harrys Rechtsanwalt führen. Tobi (Domain-Dealer) hatte uns im Gegensatz zu AlexS nie diesbezüglich angesprochen, seine Wiederaufnahme ist somit nicht unter diesen Ereignissen zu sehen. Wir wollten mit der zusätzlichen Aufnahme von AlexS (Idee von Harry) und Tobi (Idee von uns) den Eindruck vermeiden, Harry hätte sich in das Forum geklagt. Ich denke wir haben alle in den letzten Tagen erlebt, was daraus geworden ist. Auch dafür entschuldigen wir uns, aber ich denke Ihr versteht, dass manche Konfliktsituationen keine einfache Lösung zulassen.

Wir hoffen aufrichtig, dass wir nun alle wieder nach vorne blicken können und gemeinsam den weiteren Weg beschreiten. Abschließend sei bemerkt, dass es selbstverständlich auch Harry ausdrücklich gestattet ist seine Sicht der Dinge in diesem Thread darzulegen (gerne auch durch seinen Anwalt).
 
Danke für die Aufklärung. Schade dass geklagt wurde... :stupid:
 
Das muss ich erstmal verdauen. Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen!
 
absolut lächerlich, wie man mit so nem Sch.. haufenweise andere Leuts + Gerichte beschäftigen kann, werd ich wohl nie verstehen.
 
irgendwie hat der Kläger damit genau das gegenteil erreicht...
 
Vielen Dank Christian für die Ausführungen. Und auch Danke an Harry, dass Du Grünes Licht zur Publizierung des Sachverhaltes gegeben hast.

Ich muss das ganze auch erstmal setzen lassen. Harter Tobak hier und ich möchte wahrlich nicht in Euer Haut stecken.

Aber spontan hätte ich gesagt "Jetzt schaffen wir mit diesem Fall mal Rechtssicherheit für den gesamten deutschen Raum und ziehen das durch".

Da hätte ich auch 1 bis 2k aus der Kampfkasse beigesteuert - einfach um zu wissen, wie es ausgegangen wäre vor dem BGH. Keine Ahnung, wieviel sowas kosten könnte.

Da aber letztlich Markus den Kopf für das Forum hinhält, Familie hat und ein Unternehmen führt, stösst es durchaus auf mein Verständnis, dass dieser Weg nicht weitergegangen wurde.



So wurde uns der Vorschlag unterbreitet in Zusammenarbeit mit Harry eine Erklärung abzugeben, die u.a. (sinngemäß) ausdrückt, dass der Betreiber von CD ausdrücklich wünsche, dass wieder zugelassene Benutzer im Forum willkommen geheißen werden, und dass Angriffe auf wieder zugelassene Nutzer - innerhalb wie auch außerhalb des Forums consultdomain.de – vom Betreiber von CD nicht gebilligt und von der Forenleitung sanktioniert werden würden. Eine solche Erklärung werden wir nicht abgeben.

Auf diesen "Vorschlag" einzugehen, wäre auch m.E. zuviel gewesen.

Ich darf Dir Christian zur guten Argumentationsführung im Fall auf jeden Fall gratulieren.

Und die gesamte Angelegenheit lässt doch sehr tief blicken.

Ein trauriger Fall. Sehr traurig. Und ein schwarzer Tag in der Geschichte von CD.

Wie Du richtig ansprachst, sollte man alle anderen Fälle von Neuaktivierung auf gar keinen Fall in den selben Karton packen.

Das sind unterschiedliche Fälle und Qualitäten.

Was ich auch besonders bedauerlich finde, ist, dass der Kläger nicht die Gelegenheit wahrgenommen hat, die Dinge auf dem DVF wie ein "Señor" zu klären.

Es ist wie es ist. Und jeder muss selber sehen, wie er damit umgeht. Mehr bleibt uns da nicht übrig.

Saludos

Gerald
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich muss wirklich kotzen wenn ich lese, was da passiert ist.

Vielen Dank für die Aufklärung.
 
Vielen Dank für die Aufklärung und deine ausführliche Stellungnahme zu dieser Angelegenheit.

Sprachlos,
Chris
 
Vielen Dank für die Aufklärung?!

MfG
------------
Es gibt Länder, da rennt man wegen jeden Sch*** zur Therapie. In Deutschland nicht, da geht man einfach zum Anwalt.
 
Danke für die Klarstellung!

Groß äußern möchte ich mich nicht weiter dazu, aber es ist kaum zu glauben, was hier pssiert ist. Das man solche Wege wählen muß, als wenn es nicht wichtigere Dinge im Leben gibt. Kein Wunder, dass die Gerichte in DE hoffnungslos überlastet sind.

Gruss Jens
 
Danke für die Aufklärung!

Gerade als Forenbetreiber habe ich Deine Aufführung sehr genau verfolgt.
Unglaublich, dass sowas in Deutschland möglich ist.
 
Danke für die ausführliche Erläuterung. Ich kann Markus sein Entscheidung vollkommen verstehen, schade das sein Familienurlaub damit versaut wurde.

Ich bin eigentlich vom oftgelesenen "Hausrecht" ausgegangen, aber scheinbar gibt es sowas auch nicht mehr.
 
Als Moderator im Nachbarforum, dem eine "etwas" andere Version aufgetischt wurde, bedanke ich mich auch für die ausführliche Aufklärung in diesem Forum.

LG
Thomas
 
Hallo,

auf Wunsch Dritter habe ich meine Stellungnahme nun im internen Bereich neu gepostet!

AlexS
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

danke für Eure beiden Antworten.

Auf Wunsch Dritter, habe ich meine Stellungnahme im Internen Bereich neu gepostet.

AlexS
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Antragsteller behauptet sodann auf Seite 18 unten (und in seiner eidesstattlichen Versicherung (Anlage Ast5 – Seite 4) nahezu wortgleich), dass es ihm in der Vergangenheit nach seiner Sperre unmöglich war, einen österreichischen Benutzer zu kontaktieren, der Domains zum Themenbereich „Friseur“ gesucht und anonym einen Beitrag eingestellt habe. Der Antragsteller als Inhaber der Domain „friseur.at“ führt weiter aus (und bekräftigt dies wortgleich in seiner eidesstattlichen Versicherung (Anlage Ast5 – Seite 4)), dass es ihm aufgrund seiner Sperre bei consultdomain.de nicht möglich war, dem suchenden Benutzer geschäftliche Angebote zu unterbreiten, da er ja die foreninterne persönliche Nachrichtenfunktion (PM) im Forum des Antragsgegners nicht nutzen konnte. Dies entspricht jedoch in keinster Weise den Tatsachen. So findet sich das angeführte Domaingesuch des Benutzers „Romario“ vom 07.07.2010, um 19:51 Uhr nicht nur auf consultdomain.de, sondern auch am 11.07.2010, um 18:30 Uhr auf domainforum.info. Der Antragsteller hätte somit den Benutzer „Romario“ völlig unproblematisch über die Nachrichtenfunktion bei domainforum.info anschreiben und ihm die Domain „friseur.at“ anbieten können. Warum der Antragsteller vorliegend fälschlicherweise behauptet, der Benutzer „Romario“ wäre für ihn nicht erreichbar gewesen und dies auch noch an Eides statt versichert, erschließt sich diesseitig nicht.

Nur für die Fakten: Ich habe noch am selben Tag als ich das Post im anderen Forum erstellt hatte eine Nachricht im Postkasten mit diversen Friseur Domains als Offert.
 
Unglaublich...aber ein Schuss ins eigene Knie.

Respekt, Lob oder Anerkennung wird er wohl bei Gericht nicht erstreiten koennen.
 

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