Wettermann
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Ich finde es eben nicht gut das Hinz und Kunz +Geld einen Dispute stellen kann und mit etwas Glück und Unvermögen des eigentlichen Inhabers die Domain erhält.
Bitte verdeutliche Dir doch einmal, welchen Sinn ein Dispute hat. Vielleicht änderst Du dann Deine Meinung.
Mal für alle die hier mitlesen aber gar nicht wissen was ein Dispute ist:
Mal angenommen A besitzt eine .de-Domain.
B ist der Meinung, dass A mit dieser Domain gegen die Rechte von B verstößt.
B will deshalb vor Gericht gehen.
In dem Moment in welchem A mitbekommt, dass da gegen ihn al Domaininhaber ein Rechtsstreit angezettelt werden soll, überträgt er die Domain an C. B hat nun gegen ihn nichts in der Hand und muss stattdessen gegen C vorgehen.
Da eine .de-Domain beliebig oft und binnen Sekunden den Inhaber wechseln kann, könnte dieses Spiel nun unendlich lange so weitergehen und B hat nie die Chance, den jeweils aktuellen Domainbesitzer vor Gericht zu zerren.
Damit das nicht passiert, kann man bei der Registrierungsstelle Denic eine Übertragungssperre einrichten lassen. Diese Sperre wird Dispute genannt. Der Dispute hat zunächst keine weiteren Auswirkungen als dass die Domain nicht den Inhaber wechseln kann. Eine eventuell mit der Domain betriebene Webseite usw. wird nicht beeinflusst. Unter Umständen bemerkt ein Domaininhaber nicht einmal, dass seine Domain mit einem Dispute belegt wurde. Wird eine Domain welche mit einem Dispute belegt ist gelöscht, so wird diese nicht frei sondern wechselt automatisch an den Disputeersteller.
Ob ein Rechtstreit Aussicht auf Erfolg hat kann im Grunde niemand vorher verbindlich sagen. Klar kann jeder, der sich mit der Materie etwas auskennt eine Tendenz erkennen aber wie ein Richter urteilt weiß man niemals vorher sicher. Demnach ist es nur folgerichtig, dass die Denic nicht prüft oder gar urteilt, ob der Grund für einen Dispute vor Gericht Bestand haben könnte. Täte sie das, wäre sie selber Gericht.
Die Denic erwartet also folglich nur, dass man glaubhaft macht, dass man in nächster Zeit einen Rechtsstreit beginnen möchte. Gibt man das der Denic gegenüber an, so erhält man meistens den Dispute. Er kostet nichts und endet nach einem Jahr automatisch.
Als Domaininhaber kann man sich selbstverständlich auch gegen einen Dispute wehren, beispielsweise dagegen klagen. Stellt sich raus, dass der Dispute zu Unrecht erwirkt wurde und hat man dann noch einen Schaden erlitten, weil man die Domain nicht übertragen konnte, so kann man den Disputeerwirkenden auf Schadenersatz verklagen.
Beispiel: Ich habe nachweislich jemanden, der mir für meine Domain 5.000 Euro geben würde wenn ich sie ihm heute noch übertrage. Ohne Dispute könnte und wollte ich das, mit Dispute kann ich das nicht. Schadenhöhe also 5.000 Euro, die möglicherweise der Disputeerwirkende zahlen müsste.
Aus eben genanntem Grund sollte man sich also davor hüten, nur mal aus Spaß einen Dispute zu erwirken. Den Rechtstreit könnte nämlich der Domainbesitzer auslösen...
